Pilz - Beef

By Lukas / On Jun.05.2015 / In Releases / Width 0 Comments

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Beef!
Die Lübecker Rapperin Pilz veröffentlicht ihr Debutalbum und nennt es Beef. Nach ihrer Free-EP Miserere und diversen erfolgreichen Teilnahmen am renommierten Video-Battle-Turnier, folgt mit Beef der nächste Schritt in Richtung Rap-Olymp. Wie gewohnt nimmt Pilz kein Blatt vor den Mund. Frei von den üblichen weiblichen Klischees des Musikgenres HipHop kriegt jeder sein Fett weg.

Schon beim Intro wird dem Hörer klar, wem Pilz Respekt zollt: Ihre Leidenschaft gehört der goldenen Ära des Berliner Battleraps der ersten Jahre des aktuellen Jahrtausends. Dem Hörer offenbaren sich, angelehnt an eben jene Epoche, auf Beef harte und schnörkellose Beats, gepaart mit provokanten und aggressiven Texten. Dreckige aber ehrliche Songs, was im Battlerap als absolutes Qualitätssiegel zu verstehen ist.

Der rohe musikalische Unterbau lässt Gemeinsamkeiten mit den Synthie-lastigen Produktionen der frühen Aggro-Berlin-Ära erkennen, integriert aber zusätzlich viele moderne Stilrichtungen und vereint eine moderne Untergrund-Ästhetik mit Stil. Der Löwenanteil der Produktionen stammt von den talentierten und innovativen LOCA, Psyk und Mason Family, die alle aus dem direkten Umfeld der Rapperin stammen und Pilz mit allen ihren autonomen Ansichten gekonnt in Szene setzen.

Von provokativ bis verstörend; Pilz rappt sich durch ihr Album und präsentiert ein zynisches Weltbild, das durch untypische Idole der etwas anderen Art bestimmt wird. Hochstapler, Wettbüro-Stammgäste und fast jeder, der am unteren Ende der sozialen Wertegemeinschaft sein Dasein fristet, bekommt eine Stimme verliehen. Diese Stimme ist Pilz, aber Pilz will kein Mitleid sondern Rache.

Beef ist abstrakter, gesellschaftskritischer, überspitzter und bizarrer Battlerap. Genretypische Inhalte fehlen gänzlich. Womit sich Pilz nicht identifizieren kann, das findet auf Beef auch nicht statt. Songs über Gott und die großen globalen Probleme Welt sucht der Hörer vergebens. Es gibt kein Anpassen an Trends und vor allem keine Kompromisse. Weder inhaltlich noch musikalisch.

Dass sich sogar die Berliner Battlerap-Legende King Orgamus One die Ehre gibt und einen Gastpart auf dem Song „In your ass“ beisteuert, sollte für sich sprechen und auch den letzten Zweiflern zeigen, dass Pilz in ihrem Genre ernst genommen wird. Mit Beef setzt Pilz ein Ausrufezeichen in die deutsche Rap-Szene, das Antihaltung personifiziert und Gossenattitüde glorifiziert.

 

Tracklist:

01. Pilz Ansage 1

02. Mein Barrio

03. Wack Mc = X

04. Nie Wieder Tipico

05. In Your Ass (feat. King Orgasmus One)

06. Bitchmove

07. Maske

08. Wer Will Beef

09. 1, 2, 3, 4

10. Meine Fans

11. Hustlen & Flown (feat. Repeat)

12. Gert Postel

13. Partycrasher

14. Beverly Hills

15. #Flashback

 

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